CO2 Kompensation – Wie geht das?


Jeder Mensch produziert CO2  und hinterlässt so seinen individuellen Fußabdruck. Dessen Größe hängt von verschiedenen Faktoren ab wie Wohnraum, Energieverbrauch, Konsumverhalten etc. Klimafreundlich wäre ein Fußabdruck von 2,3 t/Jahr. In Deutschland liegen wir jedoch bei ca. 9-11 t/Jahr.

Die oberste Prämisse, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, ist somit die Vermeidung von Emissionen. Um beim Thema Reise zu bleiben, wäre das nicht in den Urlaub fliegen. Ist dies nicht möglich, weil das Reiseziel nicht geändert, oder nur per Flug erreicht werden kann, sollte zumindest die Reduktion der Emission vorgenommen werden (Anpassung Aufenthaltsdauer, Direktflug, „grüne Airline“,  Zubringer per Bus und Bahn). Die dann noch übrig bleibenden Emissionen können kompensiert werden.

 

Was gehört zu meinem Reise-Fußabdruck?
Unter Eingabe der Flugverbindung, des Flugzeugtyps und der Sitzklasse errechnen die Anbieter die per Flug ausgestoßenen Emissionen. Dazu kommt die Art der Unterkunft, Anzahl der Übernachtungen, sowie Aktivitäten und Mobilität vor Ort. Diese Komponenten ergeben das Gewicht des Fußabdrucks der Reise, welcher nun in Geld umgerechnet wird.
Beispiel: Ein Flug von Berlin nach Mallorca kostet ca. € 16.

 

Was kann kompensiert werden?
Generell kann man nicht nur seine Urlaubsreisen kompensieren, sondern auch die im Alltag anfallende Emissionen. Grundvoraussetzung dafür ist:

  • Es gibt keine realistische Alternative, die jetzt weniger CO₂ verursacht.
  • Es ist ein technologisches Entwicklungspotential hin zu einem CO₂-freien oder CO₂-armen Produkt vorhanden.
  • Bei der Umsetzung der Kompensation werden wichtige Standards eingehalten und die Mittelverwendung erfolgt transparent und vollständig im Projekt.

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Was nicht kompensiert werden kann, sind Produkte und Dienstleistungen, die eine Welt mit ca. 8 Mrd Menschen nicht verträgt. Zu den Unverträglichen gehört u.a. Massentierhaltung, Golfplätze in der Wüste, Skihalle in Dubai, konventioneller Strom, Flugmangos, Rosen aus Kenia und Ölheizungen.
Auch Produkte, für die es schon jetzt eine klimafreundlichere Alternative gibt, werden nicht kompensiert, denn der Ausbau und die Weiterentwicklung dieser neuen Technologien wird gebremst, solange weiterhin Geld in Auslaufmodelle fließt. Z.B. Kreuzfahrtschiffe die mit Schweröl, Marinediesel oder flüssigem Erdgas (LNG) fahren, statt klimafreundlichere Antriebsmöglichkeiten nutzen, wie z.B. synthetisches LNG, oder Elektroantriebe.


Worin werden Kompensationsbeiträge investiert?
Die verschiedenen Kompensationsanbieter investieren die erhaltenen Gelder in Klimaschutzprojekte. Was als unterstützenswert gilt, unterliegt einer sorgfältigen Prüfung seitens der Anbieter. Der Branchenführer atmosfair gGmbH realisiert nur Projekte, die internationalen Standards (Clean Development Mechanism + Gold Standard) zzgl. eigens entwickelten Kriterien entsprechen.

 

Der Einbezug der lokalen Bevölkerung und Unternehmen, sowie lokaler Ressourcen fördert regionale Wertschöpfungsketten. D.h. Einkommen wird generiert, welches in nachhaltige Entwicklung reinvestiert werden kann.
Die Art der Projekte ist sehr unterschiedlich und wird eng mit Organisationen und Interessensgruppen vor Ort abgestimmt, um höchstmöglichen Nutzen für die Gemeinschaft zu generieren.

Hier nur ein Beispiel für ein nachhaltiges Klimaschutzprojekt:
In Ruanda, eines der am dichtesten besiedelten Länder Afrikas mit ca. 470 Personen pro km3 (Deutschland ca. 237/km3), wird traditionell mit Holz und Kohle Energie erzeugt, u.a. beim Kochen. Die Hauptnahrungsmittel – Mais und Bohnen – benötigen ein lange Garzeit, somit ist der Verbrauch von Holz und Kohle hoch. Durch das Bevölkerungswachstum, sowie die Aufnahme von ca. 170.000 Geflüchteten aus dem Kongo und Burundi, die in Flüchtlingslagern untergebracht sind und dort von der UNHCR versorgt werden, steigt der Bedarf nach Feuerholz.

Ein eigens designter und vor Ort konstruierter Holzofen, der Save80, den atmosfair in Ruanda eingeführt hat, spart bis zu 80 % Feuerholz ein. Die Einsparungen entlasten nicht nur die Wälder, sondern auch die Haushaltskasse. Geld, was die Familien in Bildung oder bessere Ernährung investieren können.

Quelle: atmosfair gGmbH, Infostunde in Ruanda

(Quellen: https://www.atmosfair.de/de/klimaschutzprojekte/energieeffizienz/ruanda/  und https://www.unhcr.org/rwanda.html)

 

Warum kostet Kompensation bei Anbietern unterschiedlich?
Das liegt zum einen daran, dass der Preis für eine Tonne CO2 (noch) nicht gesetzlich geregelt ist und so jeder Anbieter seinen eigenen Grundpreis festlegen kann. Zum anderen gibt es bei Flügen unterschiedliche Berechnungsmöglichkeiten. In der regulären Reiseflughöhe sind die schädlichen Auswirkungen der Emissionen sehr viel höher als knapp über dem Boden gemessen. Deshalb beziehen seriöse Kompensationsanbieter diesen zusätzlichenn Effekt, genannt RFI-Faktor (Radiative Forcing Index), mit ein. Atmosfair rechnet mit Faktor 3 und folgt so den Empfehlungen des Umweltbundesamtes.